TRAINING - PhysioSport Köln

Training bei Leistenbeschwerden

Häufig leiden Berufs- und Hobbysportler unter akuten oder chronischen Leistenbeschwerden. Umgangssprachlich auch bekannt als „Weiche Leiste“ oder „Sportlerleiste“ treten als Symptome teils starke Schmerzen im Leisten- und Symphysen Bereich bei vermehrter Belastung auf.

Der erste Therapieversuch ist meist Ruhigstellung und Spritzen- oder Medikamententherapie. Meist reduziert sich der Schmerz durch diese Maßnahmen, jedoch nur bis die Belastung wieder erhöht wird. So kommt es zu einer Spirale und Chronifizierung des Schmerzes und der Verlauf kann Monate oder sogar Jahre dauern. Nicht selten beenden die Patienten die sportliche Aktivität komplett.

Fußballer und Eishockeyspieler sind besonders häufig betroffen. Die Hintergründe sind die vermehrten Abstoppbewegungen, Richtungswechsel und Fixierung des Fußes über die Stollen im Rasen oder die Kufen im Eis. Durch die auftretenden hohen Kräfte benötigt der Athlet eine enorme Stabilität im Rumpf- und Beckenbereich, sowie eine ausreichende Beweglichkeit. Die Schmerzen entstehen über die meist langjährigen hohen Belastungen, können aber auch durch akute Überlastung wie beispielsweise bei Turnieren oder in der Saisonvorbereitung entstehen. Negativ beeinflussende Begleitfaktoren sind z.B. schlechte Platzbedingungen, Krankheiten, Stress oder schlechte Ernährung.

Interdisziplinärer Ansatz zur Diagnose von Leistenschmerzen

Durch die vielseitige Entstehung der Problematik fühlen sich die betroffenen Sportler häufig allein gelassen. Selten werden eine genaue Diagnose und ein konkreter Behandlungsverlauf angeboten und dementsprechend erfolglos sind die therapeutischen Maßnahmen. Wir in der MediaPark Klinik betrachten den Patienten entsprechend aus verschiedenen Blickwinkeln. In Kooperation mit Orthopäden, Leistenchirurgen, Osteopathen und dem hochmodernen Diagnose-Institut (IFD- Cologne) gehen wir mit unseren Physiotherapeuten und Osteopathen auf Ursachenforschung. Nur wenn die genaue Ursache definiert wird, kann zielgerichtet therapiert wird. Ganz gleich ob operativ oder konservativ.

Trainingsprogramm und Erfolgskontrolle

Im Trainingsraum werden bei der Anamnese zunächst alle Ergebnisse gesammelt und Auffälligkeiten im Bewegungsmuster, Ultraschallergebnisse und ostheopatische- sowie physiotherapeutische Hinweise notiert. Die hohen Trainingsstandards sichern durch gezielte Progressionen und der Erarbeitung einer breiten athletischen Basis nachhaltige Erfolge für Athleten auf jedem Niveau.

Schwerpunkt des Check-ups zu Beginn des Trainingsprogramms sind die aktive und passive Mobilität der Hüfte und der Wirbelsäule, sowie die Stabilität des Beckens in verschiedenen Positionen. Meist liegt auch eine schlechte Ansteuerung der tiefen, reaktiven Rumpfmuskultur vor. Mittels Y-Balance-Test und Functional Movement Screen werden Asymmetrien aufgedeckt und korrigierende Übungen erarbeitet. Bei Bedarf kann noch ein Isokinetischer Krafttest der Oberschenkelmuskulatur durchgeführt werden, um muskuläre Dysbalancen aufzudecken. Standardmäßig werden ebenfalls Sprung- und Agilitätstests durchgeführt. Diese beinhalten lineare, laterale und multidirektionale Tests und dienen der Erfolgskontrolle.

Alle Tests und problematischen Bewegungsmuster wie z.B. Schussbewegungen oder Richtungswechsel sowie das Laufbild werden zudem per Videokontrolle überprüft.

Alle Ergebnisse, Einschränkungen der Beweglichkeit und fehlende Stabilität des Rumpfes und des Beckens in den sportartspezifischen Bewegungen, fließen in die Trainingsplangestaltung mit ein. Wichtig sind eine hohe Compliance des Patienten und ein zielgerichtetes, defizitorientiertes Trainingsprogramm. Zur Erfolgskontrolle werden die Tests regelmäßig wiederholt. Die Dauer der Genesung hängt meist vom Krankheitsverlauf ab und wie lange der Patient schon seine Sportart unter Schmerzen ausgeführt hat. Je früher eine gezielte Therapie startet, desto schneller können Verbesserungen erreicht werden.

Sportartspezifische Rehabilitation

Besonders wichtig bei Leistenbeschwerden ist die sportartspezifische Rehabilitation. Nur wenn der Athlet in den notwendigen Bewegungsmustern alle Kriterien der Beweglichkeit und Stabilität erfüllt, kann er nachhaltig wieder die volle Leitungsfähigkeit erlangen. Dafür wird im Trainingsraum möglichst sportartnah trainiert. Das bedeutet z.B. der Fußballer erarbeitet alle Bewegungsmuster zunächst ohne Ball, dann mit Ball. Der Eishockeyspieler auf dem Slideboard ohne und mit Schläger und Puck.

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