Ein typischer Fall

Sportsman´s Groin (Sportlerleiste)

Ein Fußballspieler aus der 1. Liga bemerkt kurz vor der Winterpause Schmerzen an der Oberschenkelinnenseite.

Trotz dieser Schmerzen trainiert er noch 2 Wochen weiter. Nach diesen zwei Wochen muss er jedoch das Training abbrechen, da er kaum noch gehen kann. Sein Vereinsarzt diagnostiziert eine Schambeinentzündung und eine Adduktorenzerrung. Er wird anschließend physiotherapeutisch behandelt und muss 4 Wochen mit dem Sport pausieren.

Danach will er das Training wiederaufnehmen, muss dieses aber wegen erneuter Schmerzen abbrechen. Ein durchgeführtes MRT bestätigt den Verdacht einer Schambeinentzündung. Er erhält daraufhin Spritzen, Stoßwellen-Behandlungen, Infusionen und eine begleitende Physiotherapie.

Das Ergebnis ist eine leichte Besserung der Beschwerden nach erneuten 4 Wochen, aber der Profi kann weiterhin nicht an Liga-Spielen teilnehmen.

Dieses Szenario des chronischen Leistenschmerzes bei Sportlern wird international als Sportlerleiste oder „Sportman´s Groin“ bezeichnet. Sie betrifft vor allem Sportler bei denen Verdrehungen des Oberkörpers gegen den Unterkörper stattfinden, also zum Beispiel Fußball--, Eishockey- oder Rugbyspieler.

Schambeinentzündungen sind häufig gar nicht die eigentliche Grund der Beschwerden, sondern eine Folge anderer Ursachen wie Dysbalancen der Muskulatur am Rumpf oder im Becken, von unerkannten Leistenbrüchen oder anderer Erkrankungen. Die wahre Ursache der Schmerzen im komplexen System von Rumpf, Becken und Oberschenkel gilt es zu finden. Eine große Herausforderung, die nur im multidisziplinären Team von Ärzten und Therapeuten zu bewältigen ist.