PHYSIOTHERAPIE - PhysioSport Köln

Myofasziale Triggerpunktbehandlung bei Leistenbeschwerden

Oft sind muskuläre oder fasziale Störungen die Ursache von Schmerzen in der Leiste, daher gehen wir auf den Aspekt näher ein. Wenn wir davon ausgehen, dass es sich um ein myofasziales Problem handelt, überlegen wir, welcher Muskel könnte auf Grund der Schmerzlokalisation, dem auslösenden Faktor und/oder den verstärkenden/verbessernden Belastungen die Ursache sein.

Die Sportlerleiste - was tut der Physiotherapeut?

Wir beginnen mit einer ausführlichen Anamnese, bei der uns vor allem folgende Fragen interessieren:

  • Wo tut es weh?
  • Seit wann tut es weh?
  • Wodurch werden die Schmerzen verstärkt oder vermindert?
  • Was vermutet der Patient als Ursache für die Schmerzen?

Zusätzlich kann es wichtig sein, wie alt der jeweilige Patient ist, welchen Beruf er ausübt, welchen Sport er treibt. Gibt es andere Erkrankungen oder Medikamente, die er zu sich nimmt?

Auf Grund dieser Informationen bekommen wir eine erste Idee, ob es sich um ein myofasziales Problem handelt, ein Problem der Hüfte, des Beckens oder ob Nerven die Ursache sind.

Dann beginnen wir mit einer Übersichtsuntersuchung, die eine Inspektion und Funktionsuntersuchung beinhaltet. Ziel ist es schnell einen Fokus zu gewinnen und einen objektiven Verlaufsparameter zu finden. Bei der Inspektion schauen wir uns v.a. die Haltung im Stand, Sitz und beim Gehen an.

Während der Funktionsuntersuchung bei Leistenschmerzen betrachten wir zunächst den Bereich der Lende, Becken, Hüfte (LBH) genauer.

Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS):

Begonnen wird mit der aktiven Beweglichkeitsprüfung der Lendenwirbelsäule indem der Patient sich einmal nach vorne beugt (Hände zum Boden), sich einmal nach hinten streckt, sich zur rechten und linken Seite neigt und sich einmal nach rechts und links dreht. Bei jeder Bewegung möchten wir wissen, ob der spezifische Schmerz ausgelöst werden kann. Wenn der spezifische Schmerz gefunden wird können zur Differenzierung weitere Tests durchgeführt werden.

Untersuchung des Becken/ISG:

Um zu sehen, wie das Iliosacralgelenk sich bewegt, nehmen wir zwei Tests zur Hilfe: Vorlaufphänomen (Patient steht und führt die Hände zum Boden, gleichzeitig beobachten wir, wie sich das Iliosacralgelenk bewegt) und Spine-Test (Patient steht und hebt ein Bein hoch, dabei beobachten wir wie sich das Gelenk bewegt).

Untersuchung der Hüfte:

Mit dem Spine-Test haben wir die Hüftbeugung aktiv schon getestet. Des Weiteren wird aktiv die Innenrotation/Außenrotation/Abduktion (Abspreizen des Beines) und Adduktion (Heranführen des Beines) im Stand getestet, bevor sich der Patient auf den Rücken legt. Hier werden alle Freiheitsgrade der Hüftbeweglichkeit passiv getestet. Das Viererzeichen und die Beugung kombiniert mit Innenrotation und Adduktion sowie die Kombination mit Außenrotation und Adduktion werden passiv durchgeführt.

Um neurogene Ursachen auszuschließen wird der Prone Knee Bend (PKB) angewandt. Hierbei soll der N. femoralis getestet werden, ob er die Ursache für die Störung ist. Dabei wird das Bein des auf dem Bauch liegenden Patienten passiv mit gleichzeitiger Halswirbelsäulenbeugung, gebeugt. Dann führen wir verschiedene Widerstandstests durch, die uns helfen den Problem-Muskel zu identifizieren.

Nach all diesen Tests und weiteren Differenzierungen treffen wir eine Muskelauswahl und gehen in die Detailuntersuchung mittels der Palpation/Provokation über, mit dem Ziel die aktiven, ursächlichen Triggerpunkte zu finden.

In der Detailuntersuchung suchen wir einen Hartspannstrang mit einer maximalen Druckempfindlichkeit, der die bekannten Symptome reproduzieren kann.

Wir stellen eine Arbeitshypothese auf und führen eine Probebehandlung durch. Nach dieser Probebehandlung wird ein Wiederbefund durchgeführt (Reassesment). Hat sich die Beweglichkeit oder die Qualität der Bewegung verbessert? Treten die Beschwerden weniger intensiv, früher oder später auf?

Welche Muskeln sind bei Leistenschmerzen häufig die Ursache?

Painguide für Leistenschmerzen (laut Roland Gautschi)
  1. Mm. Adductor longus und brevis
  2. M. iliopsoas
  3. M. pectineus
  4. M. adduktor magnus
  5. Mm. Abdominales (v.a. M. obliquus abd. Externus)
  6. M. obturatorius externus
  7. M. quadratus femoris
  8. M. tensor fasciae latae
  9. M. sartorius
  10. M. gracilis
  11. M. quadriceps femoris, rectus femoris
  12. M. quadratus lumborum

Bei weiteren Fragen sind wir gerne für sie da.

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