LEISTENCHIRURGIE - Chirurgica Colonia

Sportlerleiste im Fussball und Eishockey

Die Sportlerleiste auch „Sportler-Hernie“ genannt, findet man sehr häufig bei Fußball- und Eishockey-Spielern. In diesen Sportarten werden häufig (während des Laufens) Dreh-, Kick und Stoppbewegungen ausgeführt und dabei gleichzeitig der Oberkörper rotiert. Insbesondere Fußball- und Eishockey-Profis leiden dann oft monatelang unter chronischen Schmerzen in der Leiste. Bei Sportarten wie Radfahren und Schwimmen hingegen kommt die Sportlerleiste seltener vor, da bei diesen Sportarten keine vermehrten Becken- und Oberkörperdrehungen stattfinden.

Der Hauptschmerz findet sich an dem gemeinsamen Ursprungspunkt der geraden Bauchmuskulatur, der Adduktoren und des Leistenbandes am Schambein. Die derzeitige Lehrmeinung geht davon aus, dass es durch eine starke Oberschenkelmuskulatur und eine schwache Rumpfmuskulatur zu einem Riss im Bereich der Leistenregion (engl. inguinal disruption) kommt, da deren Kräfte in der Leistenregion in verschiedene Richtungen wirken.

Ein Beispiel ist die Schussabgabe im Fußball. Die Kraft durch die Spannung der Oberschenkelmuskulatur zieht „nach unten“ und wirkt der konstanten Spannung der Bauchmuskulatur entgegen.

Bei der Sportlerleiste handelt es sich also nicht um einen echten Bruch oder eine Hernie, da sich kein Fett oder Darm durch den Muskelriss schiebt. Die Schädigung der Leistenregion verursacht im Gegensatz zum Leistenbruch durch den „Riss“ ständige Schmerzen vor, während und vor allem nach einer sportlichen Betätigung.

Sportlerleiste - interdisziplinäres Konzept

In unserem interdisziplinären Konzept erfolgt beim Verdacht einer „Sportlerleiste“ die chirurgische Vorstellung, um zwei Dinge auszuschliessen oder nachzuweisen:

  1. Diagnose eines echten Leistenbruchs / Leistenhernie
    Einen Leistenbruch mit Schwächung der Leistenkanalhinterwand kann der Hernienspezialist durch eine Ultraschalluntersuchung nachweisen.
  2. Chronische Reizung der Nerven in der Leistenregion
    Eine Nervenschädigung der drei Nerven, die die Leistenregion sensibel versorgen, kann durch eine neurologische Untersuchung namens „Dermatome Mapping“ nachgewiesen werden. Bei einer chronischen Reizung der Nerven im Leistenkanal muss in 60% der Fälle operiert werden.

Sportlerleiste - Operationsverfahren

Die Wahl des Operationsverfahren hängt dann von vielen Faktoren ab. Dazu gehören neben der Ursache auch das Alter und ob die Patientin / der Patient Profi- oder Hobbysportler ist.

Beim Hobbysportler kann man meist davon ausgehen, dass die Schmerzen auf Grund einer viel zu schwachen Rumpfmuskulatur entstanden sind. Aus diesem Grund muss bei der Hobbysportlerin bzw. dem Hobbysportler die Leistenhinterwand verstärkt werden. Methode der Wahl ist eine Verstärkung der inneren Muskelschichten durch ein Kunststoffnetz wie bei einer herkömmlichen Leistenbruchoperation. Dieses erfolgt meistens minimal-invasiv oder endoskopisch.

Sportlerleiste - Minimal repair

Bei Profisportlern, Wettkampfsportlern und Sportlern unter 35 Jahren wird in der Regel ein "Minimal Repair" durchgeführt.

Beim "Minimal Repair" beschränkt sich der Chirurg nur darauf, die geschädigten Strukturen zu reparieren. Dies geschieht durch einen kleinen Schnitt in der betroffenen Leiste. Manchmal muss nur der Riss in der äußeren Muskelschicht genäht werden, gelegentlich muss auch ein Teil eines der geschädigten Nerven entfernt oder die Hinterwand des Leistenkanals verstärkt werden. Es wird immer darauf geachtet, dass der Leistenkanal wieder originalgetreu hergestellt wird, damit die sportliche Leistung nicht beeinträchtigt wird.

In unserem Hernienzentrum sind wir Spezialisten für die Sportlerleiste und arbeiten eng mit der Orthopädie, Physiotherapie und Radiologie der MediaPark Klinik zusammen, um die wahre Schmerzursache zu finden und der Sportlerin / dem Sportler die beste Therapie anzubieten.

Im Allgemeinen können Sportlerinnen / Sportler eine Woche nach einer Operation schon mit leichten Laufübungen beginnen und sind nach 3 bis 5 Wochen wieder voll einsatzfähig.